Der Balsabaum (Ochroma lagopus):
Das Balsa ist ein kleinerer Lichtbaum. Es ist ein sehr schnell wachsender Baum und erreicht in einer Kürze von 5 bis 6 Jahren eine Stammlänge von 6 bis 8 Metern und eine Gesamthöhe von 15 bis 20 Metern. Es wächst astfrei und der Stammdurchmesser beträgt bis zu 50 cm. Die Rinde ist weich und wird im Alter rissig, sie ist grau mit helleren Flecken.

Technologische Eigenschaften:
Balsaholz ist ein sehr leichtes Holz ( zwischen 0,05 und 0,35g/cm³, bei besseren Qualitäten 0,12 bis 0,15 g/cm³). Außerdem ist das Holz sehr weich und elastisch, hat aber im Verhältnis zur Rohdichte eine hohe Druckfestigkeit ( zwischen 5 bis 15 N/mm²) und dadurch ein gutes Standvermögen. Die Zugfestigkeit beträgt ca. 20 bis 40 N/mm², die Biegefestigkeit pendelt zwischen 15 und 25 N/mm², jenachdem ob das Holz aus der Stammmitte (hartes Holz) oder vom Stammäußeren (weiches Holz) stammt. Es ist nicht leicht zu trocknen ( nach dem Trocknen jedoch sehr saugfähig und gut brennbar !) und schwindet nur gering.

Das Holzbild:
Das Holzbild wird differenziert durch einen Blick auf einen Hirnschnitt und den Blick auf einen Längsschnitt.

Stirnschnitt:
Hier sind wenige grobe zerstreute Poren zu erkennen. Die Zuwachszonen sind nur undeutlich oder garnicht zu erkennen, wogegen die Markstrahlen deutlich sichtbar sind.

Längsschnitt:
Hier sieht man bräunliche Porenrillen und sehr deutliche Markstrahlen. Der Splint ist sehr breit, fast weiß, rötlich oder bräunlich. Das Kernholz ist nur unklar abgegrenzt und hat eine blaß rötlich bis braune Färbung.

Herkunft:
Balsaholz kommt im mittleren und nördlichen Südamerika vor. Es wächst nur unterhalb von 1000 Metern und bevorzugt Schwemmlandböden, meidet sumpfige Standorte. Es wird erfolgreich in Plantagen angebaut. Das Hauptlieferland für Balsaholz ist Ecuador.

Anwendung:
Anwendung findet Balsaholz im Modellbau, im Flugzeugbau, als Isolier- und Dämmmaterial, als Korkersatz und in der Papierindustrie. Stellenweise findet man auch Surfbretter, Gitarren und diverse Ziergegenstände aus Balsaholz.

Verarbeitung:
Das Balsaholz läßt sich sehr gut mit dem Messer bearbeiten. Mit einer groben Raspel kann man sehr schön Konturen rausarbeiten. Beim Sägen sollte man ein mit wechselseitig schrägen Zähnen bestücktes Blatt, mit mindesten 5000 Umdrehungen verwenden. Hobeln ist wegen der langen Fasern und der weichheit des Material nicht zu empfehlen.
Eine Weiterbehandlung kann z.B. mit Holzeinlaßgrund erfolgen. Hierdurch nimmt die Festigkeit zu, und man kann das Holz sehr gut mit Schmirgelpapier bearbeiten und schließlich lackieren.